Evrim Sommer

Presseerklärung: Keine Bühne für homosexuellenfeindliche Künstler

24.11.2009

Keine Bühne für homosexuellenfeindliche Künstler

Die Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE. im Abgeordnetenhaus von Berlin Evrim Baba - Sommer erklärt angesichts des bevorstehenden Sizzla-Konzertes:

Wer Gewalt gegen Menschen anderer sexueller Orientierung predigt oder dieser in Texten durch diskriminierende Äußerungen Vorschub leistet, gehört auf keine Bühne dieser Welt. Ich fordere die Betreiber des Kesselhauses in der Kulturbrauerei auf, dass Konzert des jamaikanischen Dancehall-"Künstlers“ Sizzla abzusagen.

Sizzla ist bekannt für seine homosexuellenfeindlichen, menschenverachtenden Songtexte, in denen er teilweise offen zum Mord an Homosexuellen aufruft. Seine Unterschrift unter den Reggae Compassionate Act Berlin (RCA Berlin) ist auf Grund danach getätigter diskriminierender Äußerungen unglaubwürdig und wird hier mehr zur Legitimation des Konzertes durch den Veranstalter benutzt. Genau so wenig kann man eine solche Einstellung einfach an der Grenze Deutschlands abstellen. Darüber hinaus gab es bis heute keine Bemühungen seine homosexuellenfeindlichen Songs vom Musikmarkt zu nehmen.

Das Signal, dass durch diesen geplanten Auftritt von Sizzla ausgeht, widerspricht allen Bemühungen des Landes Berlin und des kürzlich gegründeten Bündnisses gegen Homophobie Gewalt gegen und die Diskriminierung von Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen zu ächten. Es kann nicht sein, dass der Veranstalter seine Verantwortung alleine auf die schwul-lesbischen Verbände Deutschlands und ihre Partner weltweit sowie die Politik abschiebt. Es ist Aufgabe aller gesellschaftlichen Kräfte gegen die auch in Deutschland weit verbreitete Homosexuellenfeindlichkeit mobil zu machen. Ein Einreiseverbot für solche „Hassprediger“ nach Deutschland muss zwar gefordert werden, ersetzt aber keineswegs die Auseinandersetzung um die Akzeptanz anderer sexueller Lebensweisen. Ich bedaure, dass auch das Gespräch meines Mitarbeiters mit den Betreibern des Kesselhauses bis heute offensichtlich erfolglos geblieben ist.

Deshalb rufe ich dazu auf an den Protesten gegen das Konzert am 26. November um 18.30 Uhr ab dem S-Bahnhof Schönhauser Allee teilzunehmen.

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